Bento

Cineloop: Bento ist eine Wohltat für Verstand und Sinne

Michael Hentschel
cineloop.net

Es ist eines seiner wichtigsten Dokumente, das Michael Hentschel stolz in den Händen hält: den Film-Innovationspreis 2007, verliehen vom Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung, Staatsminister Bernd Neumann. Der Berliner Unternehmer hatte eine bahnbrechende Idee: er entwickelte cineloop, ein neues Kommunikations- und Marketinginstrument, mit dem Kinobetreiber ihr Programm unabhängig von einer Leinwand präsentieren können. Möglich wird dies durch den Einsatz von Flachbildschirmen mit angeschlossenen Media-Playern, die in den jeweiligen Kino-Foyers und Eingangsbereichen, in Schaukästen oder aber in Vitrinen an Einkaufsstraßen angebracht sind. Hierbei verzichtet cineloop auf das einfache Abspielen aneinanderhängender Trailer. Stattdessen passt sich das Programm spezifisch und individuell dem jeweiligen Kino an. Als Speichermedium dient eine Compact Flash Karte, die wöchentlich aktualisiert wird.


Bislang war ein spezifisches Werbemedium für kinoeigene Veranstaltungen wie Regisseur- oder Darstellerbesuche, Previews, Premieren, Festivals oder Kinderkino meist das Papier, etwas anderes war finanziell und technisch für Kinobetreiber kaum machbar. Cineloop bietet nun die Möglichkeit, diese Sonderveranstaltungen am Bildschirm ansprechend anzukündigen, außerdem im Magazin-Teil Informationen über kommende und gerade stattfindende Festivals zu präsentieren oder preisgekrönte Filme und "Winner" internationaler und nationaler Wettbewerbe vorzustellen.

Mit cineloop wirbt der Film und dessen Verleiher durch den Trailer, im oberen Bildbereich des Bildschirms hat das Kino durch seine Schrift und sein Logo den eigenen visuellen Auftritt. „So werden Filme und Kinos gleichberechtigte Partner“, sagt Michael Hentschel. Für alle Kinos gleich ist - in cineloop-Aufmachung - der Magazin-Teil, der Interessantes aus der Filmwelt auf den Monitor bringt.

Für den cleveren Berliner Michael Hentschel war die Auszeichnung auch Ansporn, sein Unternehmen - er beschäftigt sechs Mitarbeiter - auch organisatorisch auf den neuesten Stand zu bringen. „Irgendeine Art von Datenbank musste her“, erläutert Hentschel die Problematik. Da sein kleines Unternehmen mit Macs arbeitet, wusste er von FileMaker und deren Datenbanklösung. „Deren professionelle Datenbank FileMaker Pro war für uns eine Nummer zu groß, zu mächtig und für unsere Belange zu aufwändig zu programmieren. Wir suchten eine extrem einfache und kleinere Lösung“, beschreibt er die Situation. Im Internet wurde er dann auf Bento aufmerksam, die neue Datenbank-Software von FileMaker für den persönlichen Gebrauch. Das Angebot, eine englische Vorabversion kostenlos herunterzuladen, nahm er gerne an und installierte Bento in seiner Firma.

„Der Beginn mit Bento war unglaublich einfach. Wer iTunes versteht, kann sofort mit Bento arbeiten“, erläutert Hentschel die Einführung in die Unternehmensprozesse.

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Bei cineloop erhalten Verleihfirmen wie beispielsweise der Concorde Filmverleih aus München einen Nachweis über die verwendeten Trailer. Aufgeführt sind Kino, Anzahl der Monitore, Spieldauer in Wochen und dadurch berechnet die Anzahl der Durchläufe von Trailern pro Film in den teilnehmenden Kinos deutschlandweit. Bento dient zur Erfassung, Berechnung und Dokumentation dieser Daten und ist gleichzeitig Grundlage für Rechnungsstellungen. Auch seine Kunden kommen in den „Genuss“ von Bento. Hentschel erstellt für sie im „Bento-Design“ pdf-Dokumente mit Screenshots als Nachweis für die Bildschirmdarstellung, quasi eine „bebilderte“ Quittung und Rechnung. Das Ergebnis kommt bei seinen Klienten sehr gut an. „Wer hätte gedacht, dass Zahlen, Daten und Berechnungen auch Spaß machen können?“ Es gebe, so Hentschel, nichts Vergleichbares in der Bedienung und dem Ergebnis. „Eine Wohltat für den Verstand und die Sinne!“

„Die Leichtigkeit im Umgang mit Bento und den Zahlen war eine völlig neue Erfahrung für mich, der eine ziemliche Aversion gegen Zahlen und Berechnungen hat“, erklärt der Berliner begeistert, „das grafische Erscheinungsbild - sprich: die Oberfläche des Programms - hat mich als User besonders animiert damit zu arbeiten, weil es einfach für Medienleute etwas anderes ist als die sonstige Büro-Software.“

Laut dem pfiffigen Cineasten benötigten Installation, Einarbeitung - „Handbuch lesen war nicht nötig“ - und erste Ergebnisse gerade einmal eine Stunde. Dabei seien neue Möglichkeiten und Fragen aufgetaucht, die weitere vier Stunden bis zum vorläufigen Endstadium in Anspruch genommen hätten.

Den Nutzen von Bento sieht Hentschel für sich im Wegfall von externen Dienstleistern mit Erstellung eines Pflichtenheftes, dem Vermeiden langwieriger Umsetzungen inklusive Erarbeitung eines grafischen Erscheinungsbildes und die externe Datenbankpflege. Hentschel: „Die positive Erfahrung für mich ist durch Geld gar nicht aufzuwiegen. Die Tatsache, dass es so schnell möglich ist, eine solche Datenbank in der kurzen Zeit in die Tat umzusetzen, hat immens viel Energie bei der Entwicklung, aber auch beim Umgang in der täglichen Arbeit gespart, was gerade in der kommenden Zeit enorm wichtig ist. Um das Problem Datenbank brauchen wir uns nicht mehr zu kümmern.“

Michael Hentschel war einer der ersten, der sich Mitte Februar die finale deutsche Bento-Version für 39 Euro über den FileMaker-Shop im Internet anschaffte. Das sollte ihm auch nicht schwer gefallen sein, immerhin ist der Film-Innovationspreis 2007 mit einer Zuwendung von 25.000 Euro versehen.

Der Unternehmer aus Berlin-Schöneberg abschließend: „Bento kommt nicht aus dem Nichts: Man merkt den Hersteller FileMaker im Hintergrund: gutes Internet-Forum, schnelle Reaktionen, sogar der Preis ist hier ein Knaller. Auch ist Apple mit OS X Leopard hier wohltuend zu spüren in Ästhetik und Usability. Aber das wissen wir ja alle.“

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